Freitag, 23. Mai 2014

Rezension: Wovon wir träumten

Autor: Julie Otsuka
Titel: Wovon wir träumten
Verlag: Goldmann
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Roman
ISBN: 9783442479689 



Klappentext

Mit vielen Fragen und großen Hoffnungen im Gepäck überqueren sie den Ozean: junge Japanerinnen, die ihre Heimat verlassen haben, um in Amerika zu heiraten. Ihre zukünftigen Männer kennen sie nur von den strahlenden Fotos der Heiratsvermittler, und auch sonst haben sie äußerst vage Vorstellungen von ihrer Zukunft. Die Überfahrt wird zu einer seltsamen, oft traumartigen Passage zwischen zwei Welten - und die Ankunft in Amerika zu einem abrupten Erwachen...


Meine Meinung

Mit „Wovon wir träumten“ hat Julie Otsuka ein wahres Meisterwerk geschaffen. Sie erzählt die Geschichte von vielen jungen Japanerinnen, die sich Anfang des letzten Jahrhunderts mit der Hilfe von Heiratsvermittlern und großen Erwartungen auf den Weg nach Amerika machen. Sie erträumen sich ein besseres Leben im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ihre zukünftigen Ehemänner, die sie bisher nur von Fotos und Briefen kennen, erwarten sie bereits.

Es hat mich tief berührt davon zu lesen, wie die Frauen voller Hoffnungen und kindlicher Naivität nach Amerika gehen aber schnell und hart zurück auf den Boden der Tatsachen geholt werden. Die Fotos ihrer zukünftigen Männer entsprechen in keinster Weise der Realität und von den Amerikanern werden sie misstrauisch beäugt und sind nicht willkommen.

Nicht nur von ihren japanischen Ehemännern werden sie oft schlecht behandelt, auch für die Amerikaner sind sie billige Arbeitskräfte. Sie wohnen in Baracken, Zelten, Güterwagen und Hühnerställen. Sie arbeiten auf Feldern, in Waschsalons und in Bordellen und manche schaffen es in die Vorstädte und arbeiten als Dienstboten. Aber im zweiten Weltkrieg ändert sich alles.

Julie Otsuka erzählt in knapper Schlichtheit vom Leben und Alltag der Frauen und noch so viel mehr. Die Sätze sind oft nur kurz aber sie schaffen es trotzdem einen tief zu bewegen und in die Schicksale der Frauen eintauchen zu lassen. Am Ende findet sich noch ein Kapitel aus Sicht der Amerikaner, die sich fragen, ob sie nicht mehr hätten hinterfragen und ändern müssen...

Es überrascht mich nicht, dass dieses Buch überall so hoch gelobt wird – ich liebe es!

Bisher habe ich immer nur Bücher über Japan gelesen, die auch dort spielen, deswegen hat es mir besonders gefallen davon zu lesen wie es japanischen Auswanderern ergangen ist.

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