Mittwoch, 8. Oktober 2014

Rezension: Sirius

Autor: Jonathan Crown
Titel: Sirius
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Roman
ISBN: 9783462046786




Klappentext

Eine irrwitzige Screwball-Comedy - atemberaubend erzählt, zauberhaft poetisch und bei aller abgründigen Komik zutiefst anrührend.

Ein außergewöhnlicher Zeitzeuge meldet sich zu Wort: der kleine Foxterrier Sirius. Er wird ins Berlin des Jahres 1938 hineingeboren, als jüdischer Hund im Haushalt der Familie Liliencron. Dies sind seine Memoiren, angefangen bei den November-Progromen bis hin zum Ende des Zweiten Weltkriegs - sowie zwischenzeitlich die Flucht ins Exil nach Hollywood.
Weltgeschichte - und mittendrin Sirius, der unfreiwillige Held. Erst ist er Emigrant, dann Hollywoodstar, später Zirkusattraktion und schließlich Hitlers Schoßhund. Was für ein Schicksal!
Er trifft sie alle, die Reichen, Schönen, Mächtigen: Fred Astaire, Marlene Dietrich, Billy Wilder, Peter Lorre, Conrad Hilton, Jack Warner, Rita Hayworth, Cary Grant, Eva Braun, John Wayne, Albert Speer, Professor Sauerbruch, Frank Sinatra, Hermann Göring, Fritz Lang, Winston Churchill u.v.a.m.

Meine Meinung

Sirius heißt eigentlich Levi und wird als jüdischer Hund in eine jüdische Familie hinein geboren. Doch als Hitler die Rassengesetze erlässt ist es für den kleinen Terrier an der Zeit einen „angemesseren“ Namen anzunehmen – Sirius. Er flieht gemeinsam mit seiner Familie nach Amerika und beginnt seine abenteuerliche Reise, angefangen als Filmstar in Hollywood!

„Wir suchen unseren Hund“, sagt Liliencron. „Haben Sie ihn zufällig gesehen?“ […] Frau Zinke blickt sich verdutzt um. „Komisch“, meint sie, „eben war er noch hier. […] „Dann hat er einen Film gedreht“, sagt Frau Zinke. „Der Film kommt im Oktober ins Kino.“

Das Cover des Buches sprang mir gleich ins Auge und hat mich überhaupt erst auf diesen Roman aufmerksam gemacht. Und es gefällt mir wirklich sehr gut. Die Farbwahl und designed wie ein altes Filmplakat - einfach klasse.

Auf eine trockene, einfache Art berichtet Sirius von den Schrecken und der Tragik des Krieges. Dabei benutzt er eine gehörige Prise schwarzen Humor. Laut Lachen musste ich zwar nicht, dafür war ich hin und her gerissen zwischen Schmunzeln, wenn zum Beispiel mal wieder das wilde Partyleben in Hollywood geschildert wurde, und Entsetzen über die Grausamkeiten des Krieges.
Die Passagen, in denen Sirius Hitlers Hund ist, kamen mir hingegen zum Teil schon fast flapsig und absurd vor (er ist zwischenzeitlich Doppelagent und drückt sich durch Klavier spielen aus).

„Ist der Tag der Befreiung ein Glückstag für Frau Zinke? […] Sind 50 Millionen Menschen gestorben, damit Frau Zinke endlich in Freiheit fegen kann?“

Der Klappentext verrät leider schon viel zu viel der Geschichte, insbesondere die Aufzählung der großen Persönlichkeiten finde ich viel zu lang. Das Buch ist sowieso nicht sehr lang und durch die knappen, prägnanten Sätze liest es sich unglaublich schnell.

Letztendlich hat mir Sirius' Geschichte aber gut gefallen und war eine kurzweilige, leichte Unterhaltung, in der zwei Welten perfekt gegenüber gestellt werden – das zerstörte, diktatorische Deutschland und das freie Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

„Heimat ist der Ort, wo dein Herz ist“, sagt der Baum.


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