Mittwoch, 7. Januar 2015

Rezension: Der Hof

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Autor: Simon Beckett
Titel: Der Hof
Verlag: Rowohlt 
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Thriller
ISBN: 9783805250689



Klappentext

Auf der Flucht vor der Vergangenheit strandet der Engländer Sean auf einem einsamen Hof in Südfrankreich. Es ist brütend heiß, die Schweine wühlen im Dreck. Nur widerwillig duldet man den Fremden, denn die Bewohner des alten Gemäuers haben etwas zu verbergen - etwas, das man besser für immer ruhen lässt...


Meine Meinung

Der Protagonist Sean ist als Rucksacktourist auf den Straßen Frankreichs unterwegs. Irgendetwas treibt ihn an, vor irgendetwas ist er auf der Flucht… Der Durst treibt ihn auf einen entlegenen Hof. Als er sich wieder auf den Weg macht tritt er in eine Bärenfalle und muss bis auf weiteres auf dem Hof bleiben, wo er von den beiden Töchtern des Besitzers gepflegt wird. Doch auch diese Leute scheinen etwas zu verheimlichen und benehmen sich äußerst sonderbar.

“Der Hof” schlägt völlig aus der Reihe der bisherigen Simon Beckett Romane. Zumindest aus der David Hunter Reihe, obwohl er auch nicht richtig mit der roten Reihe vergleichbar ist. Aber dieser ganz besondere Schreibstil, der Simon Beckett zu eigen ist, konnte mich auch ohne viel Blut und offensichtliches Grauen in seinen Bann ziehen.

Die ganze Atmosphäre auf dem Hof ist überaus ausladend und ungemütlich. Ich konnte kaum verstehen, wie Sean es dort aushalten konnte. Der Hofbesitzer und seine beiden Töchter verhalten sich ihm gegenüber absolut abweisend und merkwürdig. Die älteste Tochter Mathilde wirkte auf mich total in sich gekehrt und fehl am Platz während die jüngere Gretchen einen genauso verschrobenen Eindruck auf mich machte wie ihr Vater Arnaud. Im einen Moment ist sie nett und hilfsbereit und im anderen Moment versucht sie Sean eine Falle zu stellen und wirft sich ihm an den Hals. Herr Arnaud scheint durch und durch schlecht und versucht Sean aufs schärfste das Leben schwer zu machen. Besonders die Szene, in der das Schwein geschlachtet wird, hat mir ziemlich zugesetzt und verdeutlicht, was für ein Zustand auf dem Hof herrscht.
Mit der Zeit entwickeln Arnaud und Sean eine seltsame Beziehung zueinander, die Sticheleien und Anfeindungen werden zu einer geduldeten Selbstverständlichkeit, die sich von den sonstigen Bösartigkeiten unterscheiden. Sie scheinen ein schon fast freundschaftliches Verhältnis aufzubauen doch die Spannung ist allgegenwärtig spürbar.
Immer wieder gibt es auch Rückblicke in die Vergangenheit von Sean. Man erfährt nie viel aber merkt schnell: irgendetwas stimmt hier nicht...

“Der Hof” ist geprägt von düsterer Stimmung und den Abgründen der menschlichen Seele. Und obwohl die Auflösung von Seans Geheimnis leider weniger spektakulär ist als ich erwartet hätte, konnte mich das Buch wirklich fesseln und begeistern!


Kommentare:

  1. Schöne Rezension! Mir hat das Buch auch sehr gut gefallen - vor allem wegen der subtilen Spannung :-)

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    1. Ja genau das fand ich auch so toll daran =D

      Liebe Grüße,
      Nimue

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  2. Schöne Rezension zu einem interessanten Buch. Ich schleiche schon eine halbe Ewigkeit darum herum, langsam sollte es vielleicht hier einziehen.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Danke,mir hats gefallen =) Sei mutig ;)

      Liebe Grüße,
      Nimue

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