Dienstag, 8. November 2016

Rezension: Hinter dem Horizont links



Autor: Christopher Many
Titel: Hinter dem Horizont links
Erscheinungsjahr: 2015 (8. Auflage)
Genre: Reisebericht, Reise
ISBN: 9783768833486


Klappentext

In den schottischen Highlands steht ein vernachlässigter Land Rover. Er sieht nicht so aus, als sei er das ideale Fahrzeug für eine Weltreise. Doch Christopher Many, auf der Suche nach Abenteuern, sieht das anders. Er träumt von einer Tour de Force durch die eisstarrende Ödnis Sibiriens und weit darüber hinaus, ausgerüstet mit kaum mehr als Pass, Kreditkarte und einem vollen Tank. Sein Ziel?! "Fremde, neue Welten zu erforschen und dorthin zu fahren, wo noch nie zuvor ein Land Rover gewesen ist."


Beharrlich durchstreift Many die Welt von der Mongolei bis Somaliland, um herauszufinden, wie sie "tickt", und erhält so Informationen, die oft im Widerstreit mit den üblichen westlichen Ansichten liegen. Häufig ist er allein unterwegs, aber es gibt auch viele intensive Begegnungen - eine davon wird zur großen Liebe und Weggefährtin. Nach 100 besuchten Ländern kehrt er zurück, körperlich und seelisch erschöpft, von Schlangen gebissen, von Malaria geschüttelt ... aber mit einem besseren Verständnis der Welt, in der wir leben ...

Zu gleichen Teilen eine Dokumentation des aktuellen Weltgeschehens und ein Reisetagebuch voll hintergründigem Witz, zeichnet sein Buch ein lebendiges Bild von den Abenteuern einer Weltreise und wirft einige unbequeme Fragen auf, die dorthin führen, wo erst wenige zuvor gewesen sind.

Nehmen Sie Platz neben diesem vagabundierenden Reisephilosophen, sofern Sie es nicht gerade sehr eilig haben ...

Meine Meinung

Christopher Many hat sich ohne viel Überlegens einen alten Land Rover gekauft und ihn Matilda getauft. Nach ein paar Umbauarbeiten packte er seine sieben Sachen und machte sich, zuerst noch mit einem Freund und Matilda auf eigene Faust auf eine Reise um die Welt, von der er erst nach acht Jahren wiederkehrte, für diese Zeit wurde Matilda zu seinem Zuhause.

Dabei beschreibt er, wie er im Vorfeld bereits ankündigte, oftmals auf eine bissige und nicht immer politisch korrekte und sozialkritische Weise, seine Erlebnisse mit anderen Kulturen, Menschen und Traditionen. An der ein oder anderen Stelle mag es etwas zu viel des „Guten“ sein und damit mag sicher nicht jeder klar kommen, allerdings handelt es sich hierbei ja auch um seine persönliche Meinung und soll keine Pauschalisierung darstellen.
Aber gerade seine bissige, sarkastische Art hat seine Geschichte für mich so interessant gemacht. Er erzählt nicht nur von den problemlosen und bereichernden Vorkommnissen, es gibt keine Beschönigungen, sondern auch von so manchen Tief- und Rückschlägen und wie er damit umgegangen ist und das macht sein Buch für mich sehr authentisch und unterhaltsam. Ich finde es einfach faszinierend, wie er so lange mit einem alten Auto, das immer wieder den Geist aufgab und gleichzeitig sein Zuhause darstellte, um die Welt reiste.
Davon abgesehen gibt er aber auch immer wieder kluge Denkanstöße und regt dazu an unsere westlichen Ansichten zu hinterfragen. Denn bekommen wir in den Medien nicht immer nur das aufgetischt, was wir sehen sollen?

„Letztendlich ist nur der unterdrückt, der sich unterdrückt fühlt.“ Seite 240

Ich hätte mich über noch mehr Alltagsinfos/ -probleme und genauere Umbaudaten von Matilda gefreut aber das liegt eher an meinem persönlichen Interesse an so einer Weltreise und hätte das ganze vielleicht zu theoretisch gemacht. Das Buch ist gut so wie es ist!

Für mich zählt Manys Reise mit Matilda definitiv zu den besten und spannendsten Reiseberichten und ich kann es nur jedem empfehlen, erst recht, wen das Fernweh plagt. 


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