Donnerstag, 17. November 2016

Rezension: Traumlieder I

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Autor: George R. R. Martin
Titel: Traumlieder I
Verlag: Heyne 
Erscheinungsjahr: 2014
Genre: Fantasy/ Science Fiction
ISBN: 9783453316119 




Klappentext
 
Darauf haben Millionen Game Of Thrones-Fans gewartet.
Dass George R. R. Martin einer der erfolgreichsten Fantasy- Autoren aller Zeiten ist, steht außer Frage. Dass er noch viel mehr kann, beweist er in seinen beiden Erzählbänden Traumlieder, deren Vielseitigkeit Fantasy- und Science-Fiction-Fans jeder Generation begeistern wird: Das Porträt eines Mannes, der allmählich dem Wahnsinn verfällt, oder das unheimliche Schicksal eines Autors, dessen Selbstbezogenheit ihm zum Verhängnis wird, sind nur zwei der Geschichten dieser einzigartigen Storysammlungen. Ob Werwölfe, Magier, das ganz normale Grauen nebenan oder das Weltall: George R. R. Martin versteht es, seine Leser zu fesseln wie kein anderer. Die beiden Erzählbände vereinen erstmals die wichtigsten seiner vielfach ausgezeichneten Kurzgeschichten.


Meine Meinung

„Traumlieder 1“ ist eine Sammlung von diversen früheren Werken eines meiner Lieblingsautoren, George R. R. Martin. Sie sind so vielseitig zusammengestellt, dass wirklich für jeden Sci-Fi- und Fantasy-Fan etwas dabei sein sollte. Doch wer etwas wie „Das Lied von Eis und Feuer“ erwartet, sollte wirklich bedenken, dass es sich hierbei um Kurzgeschichten handelt, die Martin zum Teil in seinen Anfängen als Autor in den 70er- und 80er-Jahren geschrieben und teils in Zeitschriften veröffentlicht hat – und das merkt man auch.

Nicht jede strotzt vor Genialität, manche waren für mich lediglich durchschnittlich oder haben mich völlig kalt gelassen (wie z. B. „Die Festung“ oder „Ein Turm aus Asche“). Manche empfand ich als gruselig, düster und wirklich spannend, wie zum Beispiel „Die Ausfahrt nach San Breta“, in der ein Auto samt Familie dazu verdammt ist, denselben Unfall immer wieder zu durchleben.

Auch „Die zweite Stufe der Einsamkeit“ nahm mich sehr gefangen und ist für mich definitiv eine der besseren Geschichten der Sammlung. Man erlebt des Leben eines Astronauten auf einer Raumstation durch seine Tagebucheinträge mit. Es wird zwar nur wenig über ihn selbst und seine Mission bekannt, allerdings erlebt man sehr bedrückend seine Erfahrungen mit der Einsamkeit und sein endloses Warten auf seine Ablösung. Das Ende bleibt offen und lässt viel Raum für Spekulationen.

„Abschied für Lya“ hat mich ebenfalls total begeistert und fasziniert. Eine fremde Art, die auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, eine Verbindung mit einem Parasiten eingeht, der sie über Jahre hinweg langsam „auffrisst“ und zu guter Letzt „vereinigen“ sie sich völlig... Mit knapp 100 Seiten ist die Geschichte nicht nur die längste in diesem Band sondern auch eine, die mich traurig und ergriffen machte.

„Das bleiche Kind mit dem Schwert“ war dann wieder eine dieser Geschichten, in die ich gar nicht rein kam. Ich wurde einfach überhaupt nicht warm damit, weder mit der Story noch mit den Charakteren. Es packte mich gar nicht und meine Gedanken schweiften sogar immer wieder ab.

Die Sammlung enthält also eine gute Mischung aus sehr gutem bis durchschnittlichem Sci-Fi und Fantasy. Als Einstieg für einen Martin-Neuling würde ich es jedoch auf keinen Fall empfehlen, da es natürlich nicht an seine bekannteste Reihe heranreicht.
Trotz dieser gemischten Gefühle hatte ich als eingefleischter Fan viel Freude beim Lesen. Nicht zuletzt wegen den sehr interessanten eingestreuten biografischen Kapiteln, die noch mal einen ganz anderen Einblick gewähren.


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